Hermann Haring, Autor auf Musikexpress

Hermann Haring

BORN IN THE U.S.A. heißt bezeichnenderweise das neue Album. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist der Mann aus Asbury Park seinem ursprünglichen Thema treu geblieben: der Suche nach dem (verlorenen) "american dream". Highways, Cadillacs, Paranoia in der Provinz und der Ausbruch ins "gelobte Land" bilden das Szenario seiner Songs. Springsteen ist der moderne Jack Kerouac, der auch zu Klischees erstarrte Bilder aus der amerikanischen Wirklichkeit zu neuem Leben erwecken will. Daß sein Traum gerade in der Ära Reagan Sprünge und Risse bekommen hat, ist vielleicht auch ein Grund dafür, daß Springsteen jahrelang über dem Material eines Albums brüten muß. Hermann Haring geht in der Special Story der Entwicklung des amerikanischsten aller amerikanischen Rockmusiker nach.

Die Stimme ist sein Kapital. Eine Blues-Stimme von solch emotionaler Ausdruckskraft, daß sich andere Rocksänger die Finger danach lecken würden. Doch Cocker wußte mit seinem Kapital nicht hauszuhalten: Unmengen von Alkohol kratzten an seiner Konstitution; Parasiten und Halsabschneider trieben ihn immer weiter in den Suff. Völlig schuldlos an seiner Misere ist aber Cocker selbst nicht: […]

Die Neuen Wellen sind verebbt, die alte Garde badet in Champagner: Yes. die Rolling Stones. Genesis. Paul McCartney scheffeln Dollars und Deutschmarks wie selten zuvor. Die Potentesten im Dinosaurier-Kartell sind zur Zeit Yes: Das neue Album „90125“ verkauft sich in den USA schneller als jede andere Platte in der 35jährigen Geschichte ihrer Firma Atlantic. 16 […]

Sechzehn Jahre Rockgeschichte. Resistent gegen Disco und Punk, Reggae und Funk, ging die britische Band unbeirrbar ihren Weg. Mit surrealer Symbolik und verschrobener Theatralik schienen die ehemaligen Internats-Zöglinge oft genug gegen den Strom der Zeit zu schwimmen. Doch die Stimmen, die Genesis als die ewig Gestrigen abstempeln wollten, unterschätzten Substanz und Wandlungsfähigkeit der Band. Mit "Mama" und der LP GENESIS führt sie auch 1983 die internationalen Hitparaden an.

Als 19jähriges Wunderkind gelang ihm mit Tubular Bells ein Geniestreich. Aus dem Blitzstart aber wurde fast eine Bruchlandung. Denn in den Turbulenzen des Business geriet der unerfahrene Außenseiter ins Trudeln. Erfolgszwang und Management-Probleme trieben den sensiblen Einzelgänger an den Rand des Selbstmordes. Erst als er das Steuer selbst in die Hand nahm, löste sich für ihn der Konflikt zwischen Kunst und Kommerz. Inzwischen managt Oldfield nicht nur seine Geschäfte, sondern auch seine musikalischen Träume selbst.

Mit der Ernsthaftigkeit eines deutschen Forschers haben sich die Synthi-Spezialisten um Edgar Froese in die elektronische Materie vertieft. Die unermüdliche Pionier-Arbeit hat sich nach 15 Jahren bezahlt gemacht: Tangerine Dream stehen in dem Ruf, die konsequenteste Synthi-Band zu sein. Die Experimente gehen weiter, auch wenn sich mit dem TV-Krimi-Song "Das Mädchen auf der Treppe" jüngst ein kommerzieller "Ausrutscher" in die deutschen Hitparaden mogelte.

Ein Spätsommertag im New Yorker- Central Park: neun Kameras filmeri ein Elton John-Konzert vor 400.000 Zuschauem. Eine Kamera thront auf einem riesigen Kran, eine andere schwebt in einem Hubschrauber hoch über der Szenerie. Gedreht wird hier allerdings nicht für Hollywood und nicht für NBC, CBS, BBC oder ZDF - gedreht wird hier mit einer sechsstelligen Dollarsumme der bislang aufwendigste Streifen für Besitzer von Video-Recordern.

Noch jemand, für den Deutschland zum Eldorado wurde: Nirgendwo sonst auf der Welt hat Mike Oldfield derzeit soviel Erfolg wie bei uns - ein Phänomen, das wir auch von Barclay James Harvest, Robert Palmer, Alan Parsons oder Fischer Z her kennen. Sie alle sind Briten, die in ihrer Heimat stiefmütterlich behandelt wurden - Stars, die zwar nicht im Exil leben, dort aber ihr Geld verdienen...

Bob Marley ist tot. Auf dem Weg von München nach Jamaika starb er am 11. Mai 1981 in einer Klinik in Florida. Ein Nachruf

Nach Anfangserfolgen von Can und Kraftwerk in den inländischen Hitparaden setzte sich 1973 Udo Lindenberg als erster eigenständiger deutscher Rockact kommerziell durch. Damit hatte die neue Musik, die in den politisch wie kulturell unruhigen und kreativen Spätsechziger Jahren entstanden war, nach der künstlerischen auch die wirtschaftliche Emanzipation geschafft. Rock aus Deutschland, repräsentiert durch Bands wie […]

An musikalische Vorbilder kann. sich Joan nicht erinnern; ihr unverwechselbarer, persönlicher Rock-Stil entstand aus dem, "was in der Luft lag". Ihre neue LP, deren Erscheinungsdatum und Titel noch nicht genau feststehen ("No Love" auf der ME-Schallplatte ist eine Welturaufführung!), ist anders geraten, als ihre früheren Meisterwerke: Englands frischer Wind hat sie zu New Wave Anklängen, Synthie-Sounds und grundsätzlich zu Musik mit mehr Energie inspiriert.

"Gunned down last night in New York City: John Lennon at the age of 40!" Eine Durchsage mit Wildwest- Geschmack, die der Soldatensender AFN am Tag nach der Ermordung Lennons alle zehn Minuten wiederholte. Dazwischen lief Beatles-Musik: Nachruf auf einen Mann, durch dessen Leben eine Reihe wichtiger geschichtlicher Strömungen zusammengebracht und der Umwelt vermittelt wurden. Der harte, schnelle, 'amerikanische' Tod vor dem Dakota Building in Manhation stellt brutal klar, wer dieser John Lennon war: einer, der nicht mit Janis Joplin, Jimi Hendrix, Brian Jones oder Elvis Presley in einer Reihe steht, sondern in die gleiche Dimension gehört wie John F. Kennedy, Robert Kennedy oder Martin Luther King.

Mit „The Harder They Come“ entstand Anfangder siebziger Jahre in Jamaika der bislang wichtigste Reggae-Film: Mit Jimmy Cliff in der Hauptrolle zeigte er die Musik der Insel in ihrem sozialen Umfeld und vermittelte eine Fülle von Detailinformationen. Den Einblick in das materiell armselige tägliche Leben auf der karibischen Insel sowie in die mehr denn je […]

Seit "Some Girls' spielen die Stones zwar wieder hochtourig wie in alten Zeiten, doch Ron Woods Energiehaushalt scheint das kaum zu beeinträchtigen. Spektakulärer denn je hat er im abgelaufenen Jahr seine Solokarriere vorangetrieben. In den langen Pausen zwischen Tourneen und Plattenaufnahmen der Rolling Stones stellte er seine eigene Tourband, die New Barbarians. und ein weiteres Soloalbum ("Gimme Some Neck") auf die Beine. Ron Wood, ein Jahrzehnt im Schatten der Superstars Rod Stewart und Mick Jagger, hat sich freigeschwommen.

Die erste Single,die die irischen Boomtown Rats 1977 in die britischen Hitlisten brachte, trug den respektlosen Titel "Looking After Number One". Und Sänger Bob Geldof erzählte jedem, der es hören und jedem, der es nicht hören wollte, daß die Rats über kurz oder lang ganz oben am Rockhimmel stehen würden. Nun ist Geldof ganz oben, und er hat seine Probleme, sich dort zurechtzufinden. "Never bite the hand that feeds", singt er. Aber die Hand, die ihn füttert, wird ihm immer unheimlicher.

Die Rockmusik der siebziger Jahre — oder besser noch: die Kultur der siebziger Jahre war arm an überragenden Persönlichkeiten. An charismatischen Helden, die innovativ und populär zugleich waren, die sich instinktiv der Oberflächlichkeit widersetzten und dennoch aus Zeitgeschichte Unterhaltung machten. Musik & mehr — wer hat uns das wirklich und wirksam gegeben? Bruce Springsteen vielleicht, […]

Trendwende in den USA, auf dem größten Plattenmarkt der Welt: Disco baut seit kurzem ab, die New Wave bricht dafür durch; unterm Strich ergibt das in den US-Charts ein sattes Plus für Rockplatten, die in den vergangenen zwei Jahren ein wenig ins Hintertreffen geraten waren.

Die Sklaverei in Jamaika war im Jahre 1865 bereits seit drei Jahrzehnten offiziell abgeschafft, aber geändert hatte sich für die farbige Bevölkerung nicht viel. Sie war noch immer den weissen britischen Kolonialherren auf Gedeih und Verderb ausgeliefert; die Briten besaßen das Land, die Produktionsmittel und das Geld, die Nachfahren der schwarzen Sklaven nichts als Stolz […]

Reichlich Reggae gab’s in diesem Sommer: Third World und Steel Pulse waren auf Tournee, Inner Circle spielten im Vorprogramm von Ian Dury. Dennis Brown rockte vor Münchener Fernsehkameras. Und noch einer kam, der darüber hinwegtröstete, daß Bob Marley bislang wegblieb: Peter Tosh. Der „Bushdoctor“ und „Mystic Man“ entfachte Stürme der Begeisterung; und das nicht nur […]

Hallo, wie geht s denn so? begrüßt mich Mark Knopfler backstage in der Dortmunder Westfalenhalle. „Müde ein bißchen,“ antworte ich, „aber längst nicht so müde wie du.“ Mark senkt den Kopf, guckt mich ganz merkwürdig an und läßt mich stehen. Ich hab‘ den wundesten Punkt der Dire Straits getroffen: Sie sind ausgepowert, auch wenn man […]

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